
Haltung
von Kornnattern
Dieser Bericht ersetzt natürlich keinesfalls die eingehende Information anhand
von Büchern und anderen Medien!!
(Buchempfehlungen sind am Ende dieser Seite zu finden.)
Kornnattern sind ungiftige und relativ
kleinbleibende Kletternattern. Sie werden im Durchschnitt etwa 1,20 m bis 1,50 m
lang, einzelne Exemplare können aber auch eine Länge von bis zu 1,80 m
aufweisen. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Eingewöhnte Schlangen
lassen sich aber auch am Tag hin und wieder blicken.
Kornnattern ernähren sich hauptsächlich von
Kleinsäugern (ihrer Größe entsprechend hauptsächlich verschiedene Mäusearten,
kleine Ratten oder Hamster), aber auch Eintagsküken oder kleine Echsen würden
von den meisten Tieren sicherlich nicht abgelehnt werden. Dabei ist jedoch zu
beachten, daß Kornnattern sich recht schnell auf ein Futtertier festlegen. Es
kann vorkommen, daß ein Tier, das einmal eine Vielzitzenmaus, eine Ratte oder
ein Küken, zu fressen bekommen hat, sich darauf spezialisiert und keine anderen
Futtertiere mehr annimmt. Man sollte sich also vorab Gedanken machen, welches
Futtertier regelmäßig zur Verfügung steht bzw. problemlos besorgt werden kann.
Die Futtertiere werden durch Erwürgen getötet. Die Fütterung von lebenden Nagern
ist dabei kein Muß, die Schlangen lassen sich meist auch problemlos mit
aufgetauten und gut temperierten Frostmäusen füttern, doch sollte man das Futter
dann mit geeigneten Vitaminpräparaten "impfen", da der Vorgang des Einfrierens
dem Futtertier einiges an Nährstoffen entzieht. Bei der Verfütterung von
lebenden Futtertieren ist dies nicht notwendig. Adulte Kornnattern werden nur
etwa alle zwei Wochen gefüttert, Jungtiere erst wöchentlich, dann etwa alle 10
Tage. Bei allen Alterstufen ist die einzelne Fütterung in gesonderten Behältern
zu empfehlen, da es vorkommen kann, daß sich zwei Tiere in dasselbe Futtertier
verbeißen und sich dann gegenseitig verschlingen. Eine ständige Versorgung mit
frischem Trinkwasser sollte selbstverständlich sein, um eine Dehydration zu
vermeiden. Um dem vorzubeugen ist es auch wichtig, den Tieren einen Bereich im
Terrarium (z. B. eine Höhle) zur Verfügung zu stellen, der durchgehend etwas
feuchter gehalten wird als der Rest des Beckens. Dieser Bereich ist auch wichtig
für eine reibungslose Häutung. Eine Kornnatter sollte in der Lage sein, ihre
alte Haut (Natternhemd) in einem Stück abzustreifen. Bei häufigen
unvollständigen Häutungen, sollte man die Häutungsbedingungen überprüfen,
möglicherweise werden die Tiere dann zu trocken gehalten. Allgemein sollte man
im Terrarium ein warmes, aber gemäßigtes Klima nachstellen. Für eine angemessene
Luftfeuchtigkeit genügt ein tägliches Übersprühen des Terrariums. Dies sollte in
den Abendstunden vorgenommen werden, um einen abendlichen Anstieg der
Luftfeuchtigkeit zu gewährleisten. Die Grundtemperatur im Terrarium sollte
tagsüber bei etwa 26°C bis 28°C liegen, in einem begrenzten Bereich allerdings
auf etwa 30°C bis 32°C ansteigen. Dies erreicht man am besten dadurch, daß man
einen Wärmespot oder Elsteinstrahler in einer Ecke des Terrariums installiert
(wegen der Verbrennungsgefahr ist der Spot durch einen Lampenkäfig für die
Kornnattern unzugänglich zu machen!). Wenn der Spot über eine ausreichende
Wattzahl verfügt und das Becken gut isoliert ist (Holz, Rückwand), genügt er
auch als Wärmequelle. Es können auch Heizmatten oder -kabel verwendet werden,
die dann aber nicht den gesamten Boden abdecken sollten, damit den Schlangen
trotzdem eine kühlere Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung steht. Unabhängig von
der verwendeten Wärmequelle sollte das Terrarium täglich 10 bis 12 Stunden
beleuchtet werden. Eine spezielle UV-Lampe ist dabei nicht notwendig, die
Beleuchtung ist nur für den Tag-Nacht-Rhythmus bedeutsam. Nachts sollten die
Temperaturen bei etwa 18°C bis 22 °C liegen. Als Bodengrund ist normale,
natürlich ungedüngte Pflanzerde gut geeignet. Echte, lebende Pflanzen bieten den
Schlangen Sichtschutz und haben eine positive Wirkung auf das Mikroklima und die
Luftfeuchtigkeit im Terrarium, müssen aber natürlich ungiftig sein und dürfen
auch sonst keine Gefahrenquelle darstellen, z. B. durch Dornen oder Stacheln.
Gut geeignet sind Efeutute/Scindapsus oder Ficus. Wichtige
Einrichtungsgegenstände sind natürlich auch Versteckmöglichkeiten wie Höhlen und
Korkröhren, Kletteräste und eine gut strukturierte Rückwand, die ebenfalls
Klettermöglichkeiten bietet. Die Mindestmaße für ein Kornnatterterrarium
betragen (unter Zugrundelegung einer Endgröße von 1,20 m) 120 x 60 x 120 für ein
adultes Pärchen, zuzüglich 20 % für jedes weitere Tier. Bei einer Endgröße über
1,20 m sind diese Mindestmaße entsprechend zu erhöhen (Formel für L x B x H:
1,0- x 0,5- x 1,0-fache Körperlänge). Neben dem Tag-Nacht-Rhythmus (s. o.) ist
auch ein gewisser Jahresrythmus einzuhalten. Besonders wichtig ist dafür die
Winterruhe. Ab dem zweiten oder dritten Lebensjahr sollte diese jedes Jahr
durchgeführt werden.
Die Vermehrung bzw. Zucht von Kornnattern ist
relativ unkompliziert. Vielmehr ist es so, daß ein adultes Männchen, dem ein
oder mehrere Weibchen zur Verfügung stehen, relativ bald nach der Winterruhe in
Paarungsstimmung gerät. Dies lässt sich meist nicht übersehen: Das Männchen
huscht seinen Mitbewohnerinnen nervös hinterher und unternimmt Paarungsversuche.
Da die Männchen während dieser Zeit ziemlich zudringlich werden können und ein
einzelnes Weibchen in einer paarweisen Haltung durch die ständigen
Paarungsversuche des Männchens stark gestresst werden kann, empfiehlt es sich
mindestens 1.2 oder 1.3 in einer Gruppe oder die Tiere nicht dauerhaft gemeinsam
zu halten. Will man nicht züchten, sollte man auf die Haltung eines Männchens
verzichten und stattdessen lieber 0.2 oder mehr gemeinsam halten. Eine Haltung
von mehreren Männchen in einem Terrarium kann funktionieren, wenn kein Weibchen
in der Gruppe ist, wäre aber nicht ideal (es kann dabei zu so genannten
Kommentkämpfen kommen, die zwar für die Tiere meist nicht gefährlich sind, aber
Streß verursachen). Ein Kornnatterweibchen legt pro Jahr
meist 1 bis 2 Gelege zu je 10 bis 20 Eiern, die durchschnittliche Tragzeit
beträgt etwa 60 Tage. Es ist sehr wichtig, rechtzeitig einen geeigneten
Eiablageplatz bzw. -behälter zur Verfügung zu stellen, da man sonst die Gefahr
einer Legenot provoziert, die zum Tod des Weibchens führen. Eine mit feuchtem
(nicht nassem!) Substrat gefüllte, gut geschützte und recht enge Höhle wird
meist gut angenommen. Nach der Eiablage sind die Eier vorsichtig in den
Inkubator zu überführen (spätestens 24 Stunden nach dem Schlupf dürfen die Eier
nicht mehr gedreht oder gekippt werden, das würde zum Tod des Embryos führen).
Die ideale Inkubationstemperatur liegt bei 27 / 28°C bei einer Luftfeuchtigkeit
von etwa 90%. Häufig sind die Gelege von Kornnattern zu einer so genannten Eitraube verklebt. Um hier trotzdem für das ganze Gelege optimale
Umgebungsverhältnisse zu schaffen, betten wir die Eier auf Vermiculit und decken
das Gelege dann mit Spaghummoos ab. Aber da hat jeder Züchter seine eigenen
Tricks. Eine Bestimmung des Geschlechts durch die Inkubationstemperatur ist bei
Kornnattern nicht möglich. Nach etwa 50 bis 70 Tagen Inkubationsdauer beginnen
die Jungtiere zu schlüpfen, wobei zwischen dem Schlupf des ersten und des
letzten Tieres bis zu einer Woche vergehen kann; der Schlupf jedes einzelnen
Tieres kann sich über etwa 24 Stunden hinziehen: Zuerst ritzt der Schlüpfling
die Eischale auf und steckt das Köpfchen durch den Riss. In dieser Position
verharrt er einige Stunden, bevor er sich vollständig aus dem Ei befreit. Sobald
sich der Schlüpfling auch seiner Nabelschnur (Verbindung zum Dottersack)
entledigt hat, kann er aus dem Inkubator genommen werden. Bis zur ersten Häutung
werden die kleinen Kornnattern in einem Übergangsbecken auf leicht
angefeuchtetem Küchenpapier gehalten; danach können sie in ein voll
eingerichtetes Aufzuchtbecken überführt werden. Ebenfalls nach der ersten
Häutung kann den Jungschlangen das erste Mal Futter angeboten werden. Nicht jede
Jungschlange geht dabei beim ersten Mal ans Futter, es gibt dabei sogar
regelrecht Problemfälle, die partout nicht fressen wollen. Dann kann man einige
Tricks und Kniffe ausprobieren, die die Kleinen doch zum Fressen verführen sollen (z. B.
Anritzen eines toten Pinkies, damit Blut und Hirnflüssigkeit austreten;
Einreiben des Futtertieres mit Echsenhaut, Verfüttern von Geflügelstückchen).
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Bloodred-Weibchen in der Häutung |
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abgestreifte, alte Haut eines Jungtieres (Natternhemd) |
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Kornnatter beim Würgen eines Futtertieres |
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Schlüpfling mit Freßbuckel |
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Kornnatter beim Klettern an Ästen |
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Ausschnitt aus dem Terrarium mit Kletterästen, Rückwand und Bepflanzung
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Elsteinstrahler mit Lampenkorb |
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Kornnattern bei der Paarung |
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Kornnatter-Weibchen bei der Eiablage |
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Kornnatter-Gelege (oben Eitraube) |
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kleine Kornnattern beim Schlupf |
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Aufzuchtbecken für Kornnatter-Jungtiere |
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speziellere Fragen stehen wir natürlich jederzeit per Email zur Verfügung!
Die besten Bücher über
Kornnattern, die derzeit im Handel sind: